Interview zwischen Romance und Horror – Thomas Williams und Anastasia Donavan

ANASTASIA: Der Tequila steht bereit, ich wäre dann so weit. Wie sieht es bei dir aus?

THOMAS: Bin soweit. Habe Bier.

ANASTASIA: Cheers. Also dann fangen wir mal mit einer Standardfrage an.
DRAMAQUEEN: (gähnt) Wann hast du deine erste Geschichte geschrieben?

THOMAS: Uff, da war ich neun Jahre alt, oder so. Ich war schon damals Comicfan und wollte zeichnen, aber weil ich das noch nie konnte, habe ich geschrieben.

ANASTASIA: Das kommt mir bekannt vor. :-)

THOMAS: Früh zu schreiben oder nicht zeichnen können? Eine gerade Linie sieht bei mir aus, wie ein Autounfall.

ANASTASIA: Beides :-D Du bist dran ;-)

THOMAS: Ironischer Weise kann meine Frau toll zeichnen. Wir ergänzen uns. Okay, hier meine erste Frage: Schreibst du jeden Tag?

DRAMAQUEEN: Wenn es nach mir ginge jede Nacht. Doch leider gibt es ein reales Leben, dass uns vor allem letztes Jahr einige “Stürme” beschert hat. Seit Januar überarbeite ich allerdings meine Geschichte. Im besten Fall an drei Nächten der Woche.

THOMAS: Klingt so, als könnte man mit einem neuen Buch von dir rechnen.

ANASTASIA: Ich befürchte es werden eher mehrere, denn mein Manuskript umfasst 1.000 Normseiten.

DRAMAQUEEN: Ohne Verortung, denn das haben wir erst im Lektorat Dank David Rohlmann gelernt. An Manuskripten mangelt es mir nicht, aber leider an der Zeit sie zu überarbeiten. Doch meine Geschichte über Luna & Jesse möchte ich auf jeden Fall noch dieses Jahr an den Herrn Verleger schicken.

Zurück zu dir. Inspirieren dich die Erfahrungen mit bestimmten Menschen, denen du im Alltag begegnest?

DRAMAQUEEN: z. B. Hamsterkäufer?

THOMAS: Hamsterkäufe haben mich zwar nicht inspiriert, aber ich dachte mir im Supermarkt, dass sich so also Zombiefilme anfühlen. Es kommt jedoch vor, dass ich bestimmte Gestalten sehe und mir etwas zu ihnen ausdenke. Viel häufiger passiert es, dass ich an bestimmten Veranstaltungen teilnehmen muss, die mir nicht gefallen. Wenn ich mich dort langweile oder richtig unwohl fühle, überlege ich, was das Schlimmste ist, was dort passieren kann. So entstand meine Kurzgeschichte “90er Jahre Trashparty”. Ich war auf einer solchen und es liefen Lieder von den Backstreet Boys, Britney Spears und so. Ich dachte: “Was ist das Schlimmste, was hier passieren kann? … Draußen geht die Welt unter und hier drinnen läuft die Musik trotzdem weiter.”

ANASTASIA: :-D :-D :-D Das gefällt mir sehr gut.
DRAMAQUEEN: 90er Jahre Trashparty” müssen wir uns mal genauer angucken :-)

THOMAS: Zu meiner Verteidigung: Ich höre Heavy Metal und musste an diesem Abend fahren … Also kein Alkohol.

ANASTASIA: Ebenso wie ich lässt du dich von deinen Gefühlen leiten und es gibt Lieder die dich inspirieren.

DRAMAQUEEN: Du bist zwar an der Reihe, aber ich muss das jetzt fragen: Wie geht es dann weiter? Planst du den Ablauf deiner Geschichten, oder lässt du dich von deinen Emotionen leiten?

THOMAS: Ich habe immer nur ein paar Notizen und Ideen, aus denen eine Geschichte entsteht. Meine Figuren führen ein Eigenleben. Ich lenke sie also nicht, versuche auch nicht zu helfen, obwohl hier und da ein kleiner Stoß in die richtige Richtung nötig ist. Also, ich beobachte nur und verfolge die Geschichte selber als Zuschauer. Oft habe ich dabei bestimmte Lieder im Kopf, oder höre das passende Album, um mich von der Stimmung etwas mitreißen zu lassen. Aber wirklich planen tue ich kaum etwas. Das meiste geschieht beim Schreiben, wenn ich einfach nur zugucke.

DRAMAQUEEN: Also ein Herzblutautor <3

THOMAS: Spoiler: Ich muss meine Frau zu einem Hip Hop Event begleiten. Wetten, dass ich mit jeder Menge Inspiration wiederkomme? Nächste Frage: Bist du leicht abzulenken?

ANASTASIA: Hip Hop? Yeah, deine Frau hat einen tollen Musikgeschmack :-)

Ich und ablenkbar >:o
DRAMAQUEEN: Wenn ich nicht dafür sorgen würde, dass sie Facebook, Instagram, Twitter und Co. ausschaltet, würde sie alle zwei Minuten nachschauen ob “was wichtiges” passiert ist >:o
ANASTASIA: Nur bei der Überarbeiten, denn verdammt das Wort “arbeiten” steckt zu Recht in dem Satz und meine Dramaqueen sorgt dafür, dass ich selbst an den einfachsten Satzwendungen wie “als” zweifle.
DRAMAQUEEN: Wobei mir hier Papyrus Author Recht gibt und eine Überprüfung der Notwendigkeit vorschlägt ;-)
ANASTASIA: Bei der Entstehung meiner Geschichten hingegen sieht es anders aus. Sobald meine Playlist läuft fliegen meine Finger über die Tasten und ich muss mir einen Wecker stellen um überhaupt irgendwann ins Bett zu gehen.
DRAMAQUEEN: Erinnerst du dich noch daran als deine Prinzessin das letzte Mal mit einer Tasse Kaffee vor dir stand und dir einen “Guten Morgen” wünschte?
ANASTASIA: Um deine Frage zu beantworten: Es kommt darauf an was genau ich mache. Bei der Überarbeitung lenkt mich selbst eine Fliege ab, beim Schreiben der Rohfassung bremsen mich nur meine Emotionen, denn ich steigere mich so in meine Geschichten hinein, dass ich körperlich und seelisch mit meinen Heldinnen mitleide. Je nachdem wir stark, brauche ich zwischendrin Pausen. Oh verdammt ich bin echt drüber heute. Es soll natürlich heißen “Nur bei der Überarbeitung, denn das Wort “Arbeiten” steckt zu Recht in Überarbeitung.

THOMAS: Die Frage nach Playlists kann ich mir also sparen :-D

ANASTASIA: Ich habe für jede meiner Geschichten eine eigene Playlist mit Songs die meine Dramaqueen dabei unterstützen mich emotional fallen zu lassen. Die Playlist zu “Ain’t nobody” findest du auf Youtube.

DRAMAQUEEN: Alle anderen auch, aber sie sind “privat”.

ANASTASIA: Ohne Musik könnte ich genau so wenig Leben wie ohne Luft. Am meisten liebe ich die Songs die nicht nur meine Ohren berühren, sondern meine Seele. Sie sind es auch, die mich zu meinen vier Geschichten inspiriert haben.

Wir mögen beide Musik, aber ich weiß, dass du auch ein großer Comic Fan bist. Welcher Superheld wärst du, wenn unsere Welt sich in einen Comic verwandelt?

DRAMAQUEEN: Antihelden zählen auch.

THOMAS: DAS ist fies! Also, Anti-Helden ist ein gutes Stichwort, da ich ein großer Ghost Rider Fan bin. Hallo? Guck dir mal sein Motorrad an. Aber fliegen wie Superman und mit Hitzeblick um sich feuern, wäre auch cool. Oder das Batmobil fahren. Batmans Bankkonto plündern … Oder wie Spider-Man durch die Häuserschluchten schwingen. Boah, das ist echt schwer :-D Wäre ich ein Superheld, wäre ich wohl genauso tollpatschig wie im wahren Leben. Die Avengers würden mich dauernd mit irgendetwas anderem beauftragen, um ohne mich auf Mission zu gehen. Iron Mans Rüstungen polieren oder so.

ANASTASIA: googelt Ghost Rider
DRAMAQUEEN: Das Batmobil würde ich auch gerne fahren.
ANASTASIA: Ich stelle gerade fest, dass wir einige Gemeinsamkeiten haben, denn ich trage seit heute den Titel “verplanteste Mutter ever” (O-Ton meiner Prinzessin) :-D
DRAMAQUEEN: Gut, dass wir nicht perfekt sein wollen, sondern echt :-) 

THOMAS: Du kennst Ghost Rider nicht??? Okay, der ist nicht so bekannt und die Filme waren mies. Ich habe ihn als Kind entdeckt. In den Neunzigern waren die Comics richtig düster und brutal. Meine Eltern hätten mir nie erlaubt es zu kaufen… ICH MUSSTE ES HABEN!!! Was ich damals schon toll fand war, dass es eine Horrorserie im Marvel Universum ist. Argh, ich schweife ab. Sorry. Bei Comics kommt der Hulk … Äh, Nerd aus mir raus.

ANASTASIA: Ich kenne die meisten Superhelden erst seitdem ich meinem echten Helden begegnet bin. Zumindest versucht mein Mann mir die Welt der Comics näher zu bringen.
DRAMAQUEEN: Im Gegenzug mussten wir ihm erklären wer Brad Pitt ist. Hallo? Das gehört zur Allgemeinbildung.

THOMAS: Dein Mann ist ein guter Mann. Und Brad Pitt war mal als Captain America im Gespräch … Sorry, ich mache es schon wieder. Ich suche mal die nächste Frage raus.

Du schreibst Drama und Geschichten mit viel Herzschmerz, die in unserer Welt spielen. Kannst du dir vorstellen, auch mal übernatürliche Elemente zu benutzen?

ANASTASIA: Über die Frage habe ich tatsächlich mal nachgedacht. Allerdings in Bezug auf Horror, nachdem meine Mutter beim Testlesen eine Stelle aus “Luna” damit kommentiert hat, dass sie solche Szenen selbst in brutalen Thrillerbüchern noch nicht gelesen hat und sie eher aus einer Horrorgeschichte stammen könnte. Sie befürchtete, dass nicht sie anschließend mit Übelkeit kämpfen muss, sondern auch meine Leserinnen. Nach einer Diskussion mit meiner Dramaqueen, habe ich ihr mitgeteilt, dass ich inhaltlich nichts an der Textstelle ändern werden. Nicht für alle ist das Leben eine rosarote Wolke und die Realität kann einem Horrorfilm gleichen.

DRAMAQUEEN: Du schweifst ab.

ANASTASIA: Wer meine Dilogie “Ain’t nobody” gelesen hat, weiß wovon ich spreche, aber meine Dramaqueen hat Recht. Ebenso wie als Leserin, kann ich mir auch als Autorin vorstellen mal eine andere Geschichte zu schreiben.

DRAMAQUEEN: Nur vorstellen, nicht umsetzen.

ANASTASIA: Meine Geschichten entstehen nicht auf dem Papier, oder nach einem Blick in die Bestsellerliste um zu sehen was gerade angesagt ist. Ebenso wie “Ain’t nobody” habe ich auch meine anderen Geschichten nicht geplant, sondern sie kamen durch einen Song zu mir. Kennst du das, wenn du aufwachst und dich nur an Bruchstücke aus einem deiner Träume erinnern kannst? So geht es mir mit meinen Geschichten. Sobald das erste Bruchstück auftaucht, stelle ich eine Playlist zusammen und fange an zu schreiben. Was dabei herauskommt weiß ich nicht und irgendwie passen meine Geschichten auch in keine Schublade. “Ain’t nobody” passt weder in die “Young Adult” noch in die “New Adult” Schublade.

DRAMAQUEEN: Ich hasse es, dass wir alles in Schubladen zu stecken, aber ich musste einsehen, dass es manchmal nicht anders geht. Doch ich bestehe darauf, dass unsere Geschichten als Drama-Romance bezeichnet werden. Selbst, wenn diese Genres offiziell nicht existiert.

THOMAS: Dann habt ihr vielleicht ein neues Genre erfunden ;-)

ANASTASIA: :-D Wohl kaum, denn Libri, Amazon und Co, oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, interessieren meine Befindlichkeiten wohl kaum. Davon abgesehen kenne ich eine Vielzahl an Autorinnen deren Geschichten ebenfalls nicht in die gängigen Schubladen passen. Doch ich kann damit leben und sie hoffentlich ebenso. Irgendwie ticken wir ja doch ähnlich, denn ich kam bei der Zusammenstellung meiner Fragen an dich auf dieselbe Idee wie du.
DRAMAQUEEN: “Zwei Dumme, ein Gedanke” oder “Schicksal”.
Schicksal natürlich :-) und jetzt zur Frage: Unsere Geschichten sind im Amrûn Verlag Zuhause, aber in unterschiedlichen Schubladen. Kannst du dir vorstellen irgendwann mal eine Liebesgeschichte zu schreiben?

THOMAS: AHAHAHAAA!!! Oh, Gott! Ich bin so romantisch wie ein Hexenschuss … Okay, das klingt schlimm, denn schließlich bin ich verheiratet… Aber ernsthaft: Romantik liegt mir gar nicht. Allerdings denke ich über eine Horrorlovestory nach. Der Plot existiert schon, es fehlt im Moment nur an Zeit, sie zu schreiben. Die Geschichte wird sehr schräg, humorvoll und blutig. Ich glaube, es wird mehr eine Horrorkomödie, als eine Liebesgeschichte, aber es geht um eine verlorene Liebe, die jemand zurückgewinnen will. Worüber ich auch immer wieder nachdenke ist etwas wie “Gänsehaut” von R.L. Stine. Horror für Kinder bzw. Teenager. Das dürfte einige wundern, die meine Geschichten kennen, jedoch spielt Humor in diesen ohnehin immer eine Rolle. Ich müsste nur den Blutpegel etwas runterschrauben.

ANASTASIA: Deine Antwort erinnert mich an einen Film in dem sich ein Zombie in einen Menschen verliebt und sie mitnimmt. Um nicht aufzufallen muss die Frau so tun als sei sie ein Zombie. Keine Ahnung wie der Film heißt, aber ich fand ihn gut. Das passiert mir selten bei Filmen in denen Zombies eine Rolle spielen. Daher plädiere ich auf jeden Fall dafür, dass du dir die Zeit für deine Horrorlovekomödienstory nimmst :-)
DRAMAQUEEN: Nur damit du es weißt: Mit deinem Geständnis hast du gleich eine der nächsten Fragen gekillt.

THOMAS: Der Film heißt Warm Bodies und ich persönlich mochte ihn nicht. Aber ich liebe Shaun of the Dead, der sich auch als Liebeskomödie mit Zombies bezeichnet ;-)

Stellst du dir bestimmte Schauspieler als deine Figuren vor?

ANASTASIA: Puh schwierige Frage. Falls du wissen willst ob mein Kopfkino beim ersten Gedanken an die Geschichte Schauspieler als meine Figuren projiziert, dann Nein. Bei der Entstehung von Ain’t nobody betrifft habe ich auch später keine Schauspieler / Prominenten zur Visualisierung gehabt. Das liegt allerdings daran, dass viele Figuren aus der Geschichte einen Bestandteil meines Lebens bilden / gebildet haben. Einige Männer aus denen ich Karim und seine Freunde kreierte stehen mir bis heute sehr nah. Allerdings konnte und wollte ich für das Marketing nicht ihre Fotos verwenden. Bei der Googlesuche im Internet fand ich “Omar Borkan Al Gala” und eines seiner Fotos erinnerte mich an den realen Karim.

DRAMAQUEEN: Außerdem fand sie heraus, dass eine Plattform mit dem Namen “Pinterest” interessiert, die sofort mein Interesse weckte.

ANASTASIA: Ich habe mehrere Boards dort mit Fotos zu meinen Geschichten. Einige sind von Schauspielern, aber bei “Luna” sind es vor allem Dinge wie Orte, oder Gebrauchsgegenstände.

THOMAS: Während ich eine weitere Frage gekillt habe, hast du schon mehrere gekillt :-D

DRAMAQUEEN: Sehr gut, dass ist nur fair ;-)
ANASTASIA: Mir kommt unser Interview mit jeder Frage gruseliger vor. Keine Ahnung, ob es daran liegt dass ich heute noch weniger auf der Höhe bin als sonst, oder wir beide keine professionellen “Interviewer” sind und ich daher nicht damit gerechnet habe.
DRAMAQUEEN: Hinter der Frage steht nicht exakt der selbe Gedanke, aber das lasse ich gelten. Hast du mein Laptop gehackt? ;-)
Welchen Politiker / Prominenten würdest du gerne in der Erntenacht auf ein Kornfeld schicken?

THOMAS: Politiker? Alle. Promis? Matthias Schweighöfer, Til Schweiger und wie sie alle heißen. Dann könnte ich wieder ins Kino gehen, ohne Trailer zu ihren Filmen befürchten zu müssen.

DRAMAQUEEN: Oh bitte lass deine Fantasie zur Realität werden!

ANASTASIA: Ich stimme dir voll zu und habe auch schon einige Ideen über den Verlauf der Geschichte. Und das ohne deine Geschichte in “Erntenacht” zu kennen…
DRAMAQUEEN: Es gibt nur wenig zwei Filmfiguren bei denen wir mehr als nur Angst bekommen. Eine davon ist der “Creeper”. Seitdem ich das Cover von “Erntenacht…” heute auf meine Twitter TL gesehen habe, muss ich an die Augen denken.

THOMAS: Echt? Ich hatte den Creeper noch gar nicht mit der Erntenacht in Verbindung gebracht. Inhaltlich haben sie auch nichts miteinander zu tun. Meine Geschichte ist übrigens eine Art Spin Off zu meiner Story “Zwergenaufstand” die auch im Amrûn Verlag erschienen ist.

ANASTASIA: Alleine der Anblick eines Kornfeldes, oder das Wort selbst reicht aus und meine Dramaqueen erinnert mich sofort daran. Ich kann auch schon länger als mein halbes Leben nicht mehr näher an eine bestimmte Art Straßengully gehen. Eher wechsel ich die Straßenseite / geplante Route. Klingt verrückt, aber so bin ich manchmal.

THOMAS: Hmmm… Traumatisiert hat mich nur der Anfang von “Der weiße Hai”, weil ich damals noch nicht schwimmen konnte und meine Eltern einen Strandurlaub in Spanien planten … Aber heute zählt der Film zu meinen Lieblingsfilmen und ich habe ein Autogramm von Susan Backlinie. Das erste Opfer des Hais. Uff, je später die Stunde, desto häufiger die Rechtschreibfehler :-o

ANASTASIA: Ich finde es sehr höflich von dir, dass du dich aus Solidarität, verschreibst :-D
DRAMAQUEEN: 2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt, und Drei macht Neune !! Ich mach’ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….
ANASTASIA: Auf jeden Fall interviewen wir uns seit fast 3 Stunden, während unsere gemeinsame Signierstunde auf der LBM nur eine Stunde lang geplant war. Was den Spaßfaktor anzieht, kann ich zwar leider keinen Vergleich ziehen, aber unser Interview zählt schon jetzt zu meinen Top 10 :-)

DRAMAQUEEN: Gibt es eigentlich noch Fragen die ich nicht zerschossen habe? ;-)

THOMAS: Danke, mir macht es auch sehr viel Spaß. Apropos: Du erwähntest mal, dass du als Kind mit He-Man Figuren gespielt hast. Alsoooo … Welche „Masters of the Universe“ Figur war deine liebste?

ANASTASIA: Mein Sandkastenfreund hat mich immer damit erpresst, dass er sich von seinem Taschengeld She-Ra zusammenspart, wenn ich Skeletor nehmen, weil er He-Man wollte. Nach She-Ra war meine Lieblingsfigur allerdings Panthor. Ich habe noch einige Fragen für dich, allerdings befinde ich mich geistig inzwischen mehr im Schlaf als wach und versuche nicht darüber nachzudenken wie viel verhackstückelte Sätze meine Fragen / Antworten beinhalten.
DRAMAQUEEN: Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn es veröffentlicht wird und beginne bereits damit einen Sturm zu kreieren :-D
ANASTASIA: Nicht witzig und daher gehe ich jetzt auf Nummer sicher :-)
Süßes, oder Saures?

THOMAS: Öh … Süßes? Bei Saures denke ich immer an eine Faust aufs Auge :-D Bevor du dich quälst, können wir auch zum Schluss kommen. Das Interview ist ja schon recht lang.

ANASTASIA: Mich quält so einiges, Exposés zum Beispiel, aber nicht unser Interview :-) Gab es für dich als Autor eigentlich mal ein Horrorerlebnis? Egal ob beim Schreiben, der Suche nach einem Verlag, oder nach der Veröffentlichung.

THOMAS: Da musste ich jetzt etwas drüber nachdenken, aber es fällt mir nichts ein. Zwar bin ich nicht mit jedem Verlag zufrieden gewesen, das weiß man manchmal halt erst hinterher, aber ich würde es nicht als Horrorerlebnis bezeichnen.

ANASTASIA: Möchtest du vielleicht mein nächstes Exposé verfassen ;-) Auf jeden Fall beruhigt mich deine Antwort, denn im Gegensatz zu dir habe ich bisher wenig veröffentlicht und keine Erfahrungswerte.

THOMAS: KLAPPENTEXTE!!! Einen Klappentext zu verfassen ist der Horror! In der Hölle muss man den ganzen Tag Klappentexte zu Filmen mit Til Schweiger verfassen.

Du scheinst Happy Ends zu mögen, aber ich kann mir vorstellen, dass deine Figuren auf dem Weg dorthin einiges mitmachen. Sonst gäbe es ja kein Drama. Kennst du immer das Ende deiner Geschichten und leidest du mit deinen Charakteren obwohl du vielleicht weißt, dass alles gut geht?

ANASTASIA: Echt? Ich habe es geliebt die Klappentexte von “Ain’t nobody” zu verfassen.

DRAMAQUEEN: Er spricht von brauchbaren Klappentexten.

ANASTASIA: Okay der zu “Halte mich” war in mancher Hinsicht nicht aussagekräftig genug und ich danke dem Herrn Verleger bis heute dafür, dass er mir Hilfe zur Seite stellte.

Mit Happy Ends in Geschichten ist es wie mit dem echten Leben. Wir alle wünschen uns einen Himmel voller Glocken, aber die Realität sieht anders aus und da ich meine Geschichten sehr realistisch erzähle…
DRAMAQUEEN: Stopp!
ANASTASIA: Okay sagen wir es so: Bei mir gibt es keine Happy End-Garantie! Die Figuren in meinen Geschichten gehen durch die Hölle, denn Themen wie Rassismus, Missbrauch, Essstörungen, oder Gewalt sind nicht leicht zu verarbeiten und unser Rechtssystem (sonst finde ich kein Ende). Doch wie viel Macht hat bedingungsloser Liebe bei so viel Leid? Was bewirkt sie bei den Figuren? Gibt es ihnen die Kraft ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen?
DRAMAQUEEN: Die Antwort findest du in “Ain’t nobody”
ANASTASIA: Ich kannte weder bei “Ain’t nobody” noch bei meinen anderen Geschichten das Ende, bevor ich das magische Wort unter mein Manuskript tippte.
DRAMAQUEEN: Stichwort: Herzblutautorin :-)
ANASTASIA: In dem Moment in dem ich die Geschichte in mir spüre habe ich im Kopf eine klare erste Szene. Manchmal folgt bruchstückhaft wie aus einem Traum eine zweite, aber das passiert mir eher selten. Aus Angst davor die erste Szene zu vergessen notiere ich sie mir sofort. Notfalls fahre ich dafür sogar an den Straßenrand und schalte die Warnblinkanlage an. Auf jeden Fall geschieht alles nach der ersten Szene auf rein emotionaler Ebene ohne eine grobe Planung, oder einen Plot.

THOMAS: Also hast du auch Ideen während der Autofahrt. Ich versuche dann immer verzweifelt, sie mir zu merken.

ANASTASIA: Der Song der mich zu meinem dritten Manuskript inspiriert hat lief im Radio auf der Fahrt in die Arbeit. Ich habe sofort rechts angehalten, die Warnblinkanlage angemacht und die erste Szene aufgeschrieben. Es vergingen also keine 2 Minuten bis ich sie aufschreiben konnte und trotzdem hat meine Dramaqueen mich in der Zeit verrückt damit gemacht, dass ich sie vergesse. Ich glaube den Versuch mir Ideen zu merken, würde ich bitter bereuen. Der ungewöhnlichste Ort um mir eine Szene aufzuschreiben war definitiv auf dem Behandlungsstuhl. Mein Zahnarzt ging davon aus, dass ich mit der erhobenen Hand Schmerzen signalisiere. Sein Gesichtsausdruck war unbezahlbar :-D
DRAMAQUEEN: Ohne Plot muss jede einzelne Idee die zur Geschichte beiträgt sofort aufgeschrieben werden.

THOMAS: :-D Bist du da auch so altmodisch, deine Idee per Hand notieren zu wollen, statt sie ins Handy zu tippen?

ANASTASIA: Findest du das altmodisch? Ich bezeichne es als einen Spleen, aber ja ich habe bisher noch keine einzige Idee in mein Handy getippt. Allerdings habe ich mein Notizbuch dabei, wenn ich es brauche.

DRAMAQUEEN: Dafür gibt es Bedienungsanleitungen von Autos, Kassenzettel, Klopapier, ….

ANASTASIA: Verdammt ich meinte “mein Notizbuch NIE dabei, wenn ich es brauche”.

Hast du ein bestimmtes Schreibritual?

THOMAS: Ich verlege mein Notizbuch dafür dauernd. Zu deiner Frage: Vorm Schreiben schlage ich einen Gong und schreie in ein Kissen… Nee, Quatsch. Da gibt es nichts. Ich hab meinen Arbeitsplatz etwas nerdig eingerichtet. Ein Bild von „Evil Dead“, ein paar Totenschädel, Superheldenfiguren und so, damit ich mich da wohl fühle. Außerdem lauter Stifte und was, um Notizen zu machen.

 ANASTASIA: Dito :-) Alles was mich inspiriert befindet sich auf meinem Schreibtisch was eine Mischung aus Einhörnern, Geschenken meiner Schicksalschwester, Fotos, etlichen Stiften und einer Pinnwand mit meinen Lieblingszitaten führt <3 Du nennst es nerdig, mein Mann bezeichnet meinen Schreibtisch als kitschig. Ich finde beide Bezeichnungen nicht schlimm, denn jeder Autor braucht zum Schreiben seine Hilfsmittel. Sollte ich mal auf die Idee kommen zu plotten hängt wohl ein XXL-Magnetboard an der Wand :-D

THOMAS: Der Ausdruck nerdig stört mich auch nicht. Ich war schon Nerd, bevor das Wort hierzulande benutzt wurde und bevor es plötzlich cool geworden ist, ein Nerd zu sein (Danke, Big Bang Theory) Von meiner Seite aus gibt es keine weiteren Fragen. Die hast du schon beantwortet ;-)

ANASTASIA: Eine tolle Einstellung, die ich teile und sie trifft auch auf die Definition “Bad Boy” zu. Als ich meinen Mann vor fast 20 Jahren kennenlernte habe ich ihn meinen Eltern als Bad Boy beschrieben. Inzwischen nutze ich den Begriff nur noch selten, da es so viele Geschichten mit “Bad Boys” gibt die nicht meiner Definition entsprechen.

THOMAS: So würde ich mich allerdings nie bezeichnen ^-^

ANASTASIA: Ich habe übrigens auch keine Fragen mehr, aber ich denke die Fragen / Antworten der letzten 4,5 Stunden reichen aus für einen schönen Beitrag.

Wie definierst du denn einen klassischen Bad Boy? Ich habe da schon die wildesten Diskussionen miterlebt und um es zu kurz zu fassen: Eine frauenverachtender Mann mit Arschlochcharakter der durch die Liebe einer Frau gezähmt wird entspricht nicht meiner Definition eines Bad Boys.

THOMAS: Eher ein Draufgänger, harter Kerl mit Tattoos und so. Nicht unbedingt ein Arschloch.

ANASTASIA: Draufgänger passt auch in meine Definition, Tattoos nicht unbedingt und harter Kerl :-/
DRAMAQUEEN: Da ist wieder zu viel Spielraum. Ist ein Mann der bei jeder Situation ausrastet ein harter Kerl, oder eher eine arme Seele, weil ihm die nötige Selbstsicherheit fehlt?

ANASTASIA: Ich für meinen Teil würde weder einen “Nerd” als langweilig abstempeln, noch einen “Bad Boy” als kriminell. Das wäre zu einseitig und wird den jeweiligen Männern nicht gerecht.

DRAMAQUEEN: Nur weil alles in Schubladen gesteckt, oder gerade “in” ist müssen wir da mitmachen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr gefreut dich durch die Planung zur LBM ein bisschen näher kennenzulernen und mir spätestens jetzt ein eigenes “Bild” von dir gemacht. DRAMAQUEEN: Signieren wir nächstes Jahr auf der LBM zusammen?

THOMAS: Ich hasse Mainstream. Auch, wenn ich mich über einige Comicverfilmungen freue, nervt es auch, dass plötzlich ALLES verfilmt werden muss. Und dann noch alles als Komödie. Jau, die Signierstunde können wir gerne nachholen.

ANASTASIA: Und wieder ein verdammt saudummer Fehler :-(
DRAMAQUEEN: Das reicht! Jetzt darfst du ins Bett gehen.
ANASTASIA: Korrektur: Nur weil alles in Schubladen gesteckt, oder gerade “in” ist müssen wir da NICHT mitmachen.

THOMAS: So hatte ich das auch gelesen ^-^ Wird Zeit zu schlafen.

ANASTASIA: Ich ersetze das Wort “Comicverfilmungen” durch “Bad Boys” und unterschreibe deine Worte :-)

ANASTASIA: Toll, dass du mich nach so kurzer Zeit schon richtig einschätzt :-D

Schlaf gut

THOMAS: :-) Na ja… Nach 5 Stunden :-D

ANASTASIA: Es gibt Menschen die schaffen es selbst nach Jahren nicht ihr Gegenüber richtig einzuschätzen ;-)

THOMAS: DAS stimmt. Dir auch eine gute Nacht. 

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